Rockets Motorradabteilung auf historischer Spurensuche: An den Grenzen des Freistaat Flaschenhals

Offenbach/Rheingau, 8./9. August 2026. Die Motorradabteilung der Rockets hat sich auf eine außergewöhnliche Zwei-Tages-Tour begeben – entlang der alte Staatsgrenzen eines fast vergessenen Kapitels deutscher Geschichte: dem Freistaat Flaschenhals.

Bitte wo? Zwischen Lorch am Rhein im Süden und Laufenselden im Norden, eingeklemmt zwischen dem heutigen Rheingau-Taunus-Kreis und dem Rhein-Lahn-Kreis, existierte von 1919 bis 1923 ein schmaler, unbesetzter Landstreifen zwischen der französischen und amerikanischen Besatzungszone. Benannt nach seiner flaschenförmigen Gestalt, erklärte sich das Gebiet mit der Kleinstadt Kaub als heimlicher Hauptstadt scherzhaft für unabhängig – mit eigener Währung und eigenem Präsidenten. Heute erinnern Gedenksteine und lokale Initiativen rund um das Wispertal und die Gemeinden Laufenselden, Kaub und Lorch an dieses skurrile Kapitel regionaler Geschichte.

Tag 1 – Freitag, 8. August: Vom Main ins Wispertal und weiter bis an die Mosel

Bei bestem Fahrwetter startete die Gruppe in Offenbach und nahm Kurs auf den Rheingau. Über die malerischen Weinorte Eltville und Johannisberg führte die Route nach Presberg – und dann hinab in das berüchtigte Wispertal. Ein Tal, das bei Motorradfahrern Kultstatus genießt: enge Kurven, dichter Wald und eine Atmosphäre, die an vergangene Zeiten erinnert. Genau hier, zwischen steilen Hängen und vergessenen Grenzsteinen, begann die eigentliche Mission: Die Rockets fuhren die historischen Staatsgrenzen des Freistaat Flaschenhals ab.

Am nördlichsten Punkt des einstigen Freistaats, in Laufenselden, legte die Gruppe eine kurze Rast ein, bevor es über Katzenelnbogen und Nastätten weiter nach Bad Ems ging. Doch die Rockets Motorradfreunde wären nicht die Rockets, wenn es dabei geblieben wäre: Über Koblenz und Mayen donnerten die Maschinen zum legendären Nürburgring. Von dort führte die Route durch die weiten Landschaften der Eifel über Ulmen hinunter nach Alf an die Mosel. Entlang des Flusses ging es westwärts bis ins pittoreske Bernkastel-Kues, bevor die Tagesetappe über Teile des Hunsrücks in Idar-Oberstein endete.

Tag 2 – Samstag, 9. August: Vom Hunsrück über den Rhein zurück in den Taunus

Der zweite Tag begann in Idar-Oberstein mit einem Abstecher nach Bernkastel-Kues – diesmal stand das Zylinderhaus auf dem Programm. Das Erlebnismuseum entpuppte sich als Tempel für ein ganzes Lebensgefühl: eine Reise durch 90 Jahre deutsche Automobilgeschichte. Vom luxuriösen Horch 8-Zylinder aus dem Jahr 1937 über den DKW Monza von 1957 – den ersten Sportwagen aus Kunststoff – bis hin zu Fahrzeugen der 1970er Jahre. Selbst Falcos Cabrio und sein Roller stehen hier. Mehr als 100 Autos, Motorräder und Transporter glänzen um die Wette und laden zum Schmökern in Geschichten und Zeitgeschichte ein. Auch Biker haben eben eine kulturelle Seite.

Am Mittag nahm die Gruppe die legendäre Hunsrückhöhenstraße unter die Räder – eine der schönsten Motorradstrecken Deutschlands – und steuerte Richtung Rhein. In St. Goar setzte die Gruppe mit der Fähre auf das gegenüberliegende Ufer über. Von dort führte die letzte Etappe über die Höhen des Rheingau-Taunus-Kreises in Richtung Großer Feldberg – ein krönender Abschluss einer Tour, die Geschichte, Genuss und Fahrspaß auf einzigartige Weise vereinte.

Ausblick

Die Saison ist noch lange nicht vorbei: Weitere Touren stehen in diesem Jahr noch auf dem Programm. Die Gedankenspiele für eine Tour in Verbindung mit einem OFC-Auswärtsspiel laufen bereits und gehen in die konkrete Planung. Football, Fußball und Motorrad – bei den Rockets gehört zusammen. Es bleibt spannend!